Vor gut 35 Jahren lief das bei uns über die MOD (mobile magnetische Disc ähnlich der Festplatte auf dem Computer).
Von dieser wurden sämtliche PCM-Audiodaten für die Lichtton-Kamera im Kopierwerk (wie Westrex oder Picot) ausgelesen.
Damals wurde das Zusammenspiel aus digitaler Quelle und verschiedenen Encodern zum neuen Standard. Allerdings mit strikter Aufteilung: Für die digitalen Systeme lieferten separate Encoder die Datenströme für Dolby Digital, SDDS und den DTS-Timecode direkt an die jeweiligen Steuereinheiten der Belichtungsköpfe.
Völlig unabhängig von diesen digitalen Spuren war für den analogen Dolby-Stereoton (A oder SR) oft die bereits seit den 1980er Jahren bewährte NuOptix-Elektronik im Einsatz – und zwar ausschließlich als Wandler und Steuerung für diesen analogen Part mit dynamisch verbesserter Schwärzung. Die MOD war also das neue Speichermedium, während NuOptix ein optionales, etabliertes Werkzeug für die analoge Spur blieb.
Wenn sie genutzt wurde, steuerte die NuOptix-Elektronik das mechanische Lichtventil der analogen Belichtungseinheit auf eine hocheffiziente Weise an: Sie teilte die vier haardünnen Metallbändchen im Ventil elektrisch in zwei getrennte Stromkreise auf. Dadurch bewegten sich die Bändchen-Paare für den linken und rechten Analog-Kanal unabhängig voneinander im Magnetfeld. Ein antizipierender digitaler Zwischenspeicher verringerte zudem das analoge Grundrauschen bei ruhigen Passagen. Er machte die analoge Tonspur bei Stille komplett schwarz und öffnete die Bändchen erst im aktiven Moment für den analogen Ton.
Die digitalen Spuren (wie Dolby Digital) liefen an diesem NuOptix-Regelprozess komplett vorbei.
Diese hochentwickelte analoge Technik von NuOptix war Anfang der 90er Jahre immer noch bedeutend, da die neuen digitalen Systeme noch ihre Tücken hatten. Durch die starke Datenkompression von AC-3 reichte die digitale Dolby-Spur auf den Frontkanälen klanglich somit oft nicht an die Dynamik des perfekt eingemessenen, analogen Dolby SR-Lichttons heran. Zudem neigte die Dolby Digitalspur – die als eine Art Barcode zwischen den Perforationslöchern lag – zu Artefakten und hohen Fehlerraten.
Das Endergebnis auf dem gemeinsamen Tonnegativ hing am Ende immer extrem von der präzisen Justierung der digitalen Belichtungsköpfe einerseits und den empfindlichen analogen Ventil-Bändchen andererseits ab (Unterschiede zwischen der älteren Picot und der neueren Westrex).
Falls sich die digitalen Formate heute auf Heimmedien wie LaserDisc, DVD oder Blu-ray manchmal voneinander unterscheiden, hat zum Glück nichts mehr mit der alten MOD zu tun. Für das Wohnzimmer werden auch Nahfeld-Abmischungen (Nearfield Mixes) erstellt. Diese zähmen extreme Lautstärkespitzen und passen den Bass für normale Subwoofer an. Zudem griffen im Heimkino ganz andere Kompressionsverfahren: Auf der DVD war die Dolby-Digital-Spur (AC-3) aus Platzgründen oft extrem stark komprimiert. Die DTS-Spur auf den Heimmedien war davon weit weniger betroffen, da sie mit einer viel höheren Datenrate arbeiten durfte und deshalb oft dynamischer klang.
SDDS als Tonformat oder Standard auf den Heimkino Medien kenne ich nicht: wenn dort aber 7.1 auftaucht, dann ist es das avancierte Lautsprecherformat für das Heimkinosystem mit 3 Frontlautsprechern, während es beim SDDS-Kinosystem 5 Frontkanäle enthält.