Es gab nie ein "offizielles" SDDS-Heimkinoformat, und es saßen keine Studio-Techniker am Mischpult, die eine Datei namens ,,SDDS-Spur" 1:1 auf die Blu-ray kopiert haben (schon gar nicht in seiner komponierten Version, die auf der MOD aufgespielt war für die Ausbildung von 35 mm Tonspuren). Wenn jemand behauptet, ein Studio hätte ,,die SDDS-Spur der Kinofassung" für eine Blu-ray genommen, ist das kaum möglich und auch unnötig.
Das Phänomen existiert aber trotzdem über einen anderen, dokumentierten Weg:
Kein Studio-Mitarbeiter aus Zeiten der Blu ray-Produktion hat bei der Erstellung einer Blu-ray eine ,,Dolby-Digital-Mischung beiseitegelegt", um stattdessen die ,,SDDS-Mischung" zu nehmen. Der Grund dafür: Dolby Digital und SDDS waren im Kino ja nur die (komorimierten) digitalen Transport-Container (die Codierungsformate) für den 35-mm-Film.
Wenn ein größeres Studio ein Master für die Blu-ray erstellt, greift es niemals auf die komprimierten Kino-Tonspuren von der Filmrolle oder MOD (wie das AC-3 von Dolby, DTS oder den SDDS-Datenstrom) zurück. Sie nutzen immer die originalen, unkomprimierten Multi-Track-Magnetbänder (Stems) aus dem Tonarchiv.
Warum du trotzdem möglicherweise etwas gefunden hast:
Der Unterschied liegt in den verschiedenen Kino-Mischungen (Printmasters/Mutterbänder), die damals im Studio auf diese Bänder aufgenommen wurden. Und genau hier haben Ton-Enthusiasten und Archivare bei manchen Filmen möglicherweise bei der Herausbringung einer digitalen Variante eine bewusste Wahl getroffen:
Die 6-Kanal- vs. 8-Kanal-Bänder: Für die Kinoveröffentlichung in den 90ern wurden oft zwei völlig verschiedene Masterbänder abgemischt. Ein 5.1-Master (für Dolby Digital und DTS) und ein separates 7.1-Master (mit 5 Frontkanälen, exklusiv angefertigt für Kinos mit Sony SDDS-Ausstattung - bei meines Wissens etwas 100 US-Titeln).
Die Entscheidung beim Blu-ray-Remastering: Als Jahre später die Blu-ray erstellt wurde und man ein hochauflösendes 7.1- oder Dolby-Atmos-Format füllen wollte, standen die Mischmeister vor der Wahl. Viele Studios (allen voran Sony Pictures) nahmen dann nicht das alte 5.1-Kinotape, sondern holten das alte 8-Kanal-Kinotape aus dem Archiv, das damals speziell und ausschließlich für die SDDS-Kino-Präsentation gemischt worden war.
Um deine Vermutung zu untermauern, müsstest du jetzt eine parallele Vorführung mit der damaligen 35 mm-Kopie anberaumen. Hören sich Dolby Digital und DTS deutlich schlechter an als der neue Sound auf der Blu Ray Disc, könnte dem eine damalige, separate Sony-Mischung zugrundelegen.
Ee wäre aber fatal, jetzt alle möglichen Titel hier aufzulisten, von denen man vom ersten Eindruck her glaubt, alte SDDS- Mischungen würden eine Renaissance feiern.
Sonst würde am Ende alles Mögliche in die Welt gesetzt werden, was man tunlichst unterlassen sollte, wenn der Verdacht nicht wirklich erhärtet werden kann.
(Könnte man das Thema eventuell in der Überschrift anders bezeichnen? Umbenennen in "Einmessungen und Tonformatwandel" z.B.)