In der "Frankfurter Rundschau" von Februar 2022 beklagt Daniel Kothenschulte in einem Interview mit dem neuen Festivalleiter zu hohe Gefährdung durch Covid 19 und unzureichende Arbeitsmöglichkeiten für die Journalisten.
Auszüge aus dem Interview:
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Frage:
Aber warum muss diese Erfahrung unter solchen Umständen stattfinden? Beim US-amerikanischen Sundance-Festival war man gerade sehr froh über die Möglichkeit, zusätzlich zu Kinovorführungen Online-Sichtungen anzubieten. Das will man sogar nach der Pandemie dort beibehalten.
Antwort:
Die Produzenten der Filme, die auf der Berlinale laufen, sind nicht bereit, online zu gehen. Das wäre dann ein anderes Programm geworden. Sundance hat auch einen Film dadurch verloren.
Frage:
Ein Teilangebot online hätte doch schon viel an Sicherheit gebracht. Das Festival argumentiert mit der großen Leinwanderfahrung, die man dem Berliner Publikum bietet. Aber warum wollen Sie der Filmpresse das Risiko der Hatz zwischen den Kinos zumuten?
Antwort:
Ich sehe kein Risiko, wenn alle Pressevorführungen im selben Kino laufen.
Frage:
Aber ich muss zwischendurch meine Artikel schreiben, da muss ich doch irgendwohin. Die Berlinale bietet lediglich eine Lounge für etwa 70 Leute an.
Antwort:
Ich habe Ihnen erklärt, wie wir es ermöglichen, dass Sie auch in dem Jahr den Wettbewerb ansehen können. Ich weiß nicht, wie viel Schreibraum die Berlinale für Journalisten bereithält. Diese Information habe ich gerade nicht.
Frage:
Pardon, ich finde schon, dass das einen Festivaldirektor etwas angeht.
Antwort:
Es ist nicht mein Job, den Presseraum zu organisieren, aber als ich das Festival früher als Journalist besuchte, fand ich immer Platz zum Arbeiten. Aber wenn Sie sagen, Sie können Ihre Arbeit nicht tun, geht mich das natürlich etwas an. Als Journalist gehören Sie zu den wichtigsten Vermittlern unseres Programms. Ich habe nachgefragt, wie das Angebot für die Presse ist: Wir haben trotz 50 Prozent weniger Presseakkreditierten die Kapazität der Presselounge nur um circa 20 Prozent reduziert.
Frage:
Ich hoffe, dass ich das überhaupt kann. Denn es braucht doch mehr als Filme: Man spricht mit vielen Leuten, sammelt Eindrücke und vermittelt den Geist eines Festivals. Ich bin nicht sicher, dass das gefahrlos möglich sein kann. Glauben Sie, das geht?
Antwort:
Ich habe den Eindruck, dass Sie die Antwort bereits haben.
Frage:
Nein, mich interessiert Ihre Antwort. Wollen wir diese Massenerfahrung unter Corona erlauben? Es kann doch nicht die Lösung sein, jeden Tag ein paar Leute herauszufischen, die sich angesteckt haben werden.
Antwort:
Glauben Sie denn, wir hätten uns all diese Wochen und Monate Arbeit gemacht, um Journalisten zu gefährden? Wir haben mit den Gesundheitsbehörden gesprochen und Konzepte erarbeitet, die genehmigt wurden. Wenn Sie sich dennoch nicht sicher genug fühlen, verstehen wir, wenn Sie sich gegen den Festivalbesuch entscheiden. Wenn Sie mich fragen, ob eine Festivalerfahrung möglich ist: Denken Sie an Venedig, schon im ersten Jahr der Pandemie, als viele noch nicht geimpft waren und die Risiken für die Gesundheit viel höher waren.
Frage:
Entschuldigung, das war im Sommer, eine wunderbare Erfahrung, es gab keine einzige nachgewiesene Infektion. Mit wie vielen rechnen Sie jetzt?
Antwort:
Das können wir nicht sagen. Die Fallzahlen sind höher als je zuvor in Deutschland. Aber die Be- hörden haben sich entschlossen, alles offen zu lassen. Wir müssen mit der Pandemie leben, und wir müssen trotz der Pandemie leben.
Frage:
Glauben Sie denn, dass Angst eine gute Atmosphäre ist, Kunst zu genießen?
Antwort:
Nein, wenn Sie Angst haben, bleiben Sie besser zu Hause.
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zit. aus:
https://www.fr.de/kultur/tv-kino/wir-muessen-mit-und-trotz-der-pandemie-leben-91317678.html
Daniel Kothenschulte würde ich (bis auf weiteres) ausnahmsweise widersprechen wollen:
Warum ist das Risiko zu hoch bei einem endemischen Virus?
Da in den vergangenen Monaten unter den bekannten behördlichen Auflagen die Filmtheater geöffnet waren, ist es kaum begründbar, die Berlinale abzusagen. Meines Erachtens verfügt sie über ausreichend Sitzkapazitäten in der Stadt, um befürchteten Gefährdungen oder versäumten Vorstellungen vorzubeugen.
Sämtliche Antworten des Festivalleiters erschienen mir treffend und auch ehrlich.
Jetzt, wo in Europa sämtliche Maßnahmen fallen, ein Kulturfestival mit Verweis womöglich auf "Zero Covid" absagen zu wollen, widerspricht der gesamtgesellschaftlichen Praxis notwendiger Öffnungen.
Es war laut dem oben interviewten Festivalleiter der Wunsch auch der Produzenten, diese Veranstaltungen in Filmtheatern abzuhalten, sofern die heutigen Spielstätten diese Bezeichnung noch verdienen.
Zumeist sind die Filme in der Komposition und im Betrachtungs- und Hörwinkel auf größere Auditorien und Bildwände abgestimmt, in denen Ablenkungen durch den Umraum vermieden werden, sodass die ausschließliche Fokussierung auf Filminhalte im Vordergrund steht.
Auch das Anhalten, Unterbrechen, Vor- und Rückwärtslaufen entspricht nicht der gleichberechtigten Rezeption, welcher sich der normale Premieren-Gast unterordnet.
Es gibt wissenschaftliche Studien zu wahrnehmungsphysiologischen Eigenheiten und eben auch zu industriellen Normungsprozessen, nach welchen Gerätschaften in Luminanz und Chrominanz kalibriert werden (Leuchtdichte von 48 Candela pro Quadratmeter oder selektive Filmauswertung über Dolby Atmos-Mischungen beispielsweise), welche dem Wunsch der Produzenten und der Kreativen entsprechen.
Schon wieder - wie einst in den 60er Jahren - erhebt sich die Gilde der Kritiker über den Apparat (über die Knechtschaft der Kinoerfahrung), übersieht dabei aber ökonomische Bedingungen ihrer Fortexistenz, die in gleichem Maße klassische Filmfestivals betreffen.
Aus den Reihen der Filmkritik gibt es allenfalls zur Existenzfrage der Kinos das Credo "Kino wird es immer geben" oder, wie ebenfalls schon gelesen, "wer weiß, wie viele Filmtheater nach der Pandemie noch existieren werden".
Beide Annahmen laufen leider an der Realität vorbei.
Man sollte dann von Seiten der Redaktionen doch den eigentlichen Produzenten, Betreibern und Festivalmachern die Freiheit zugestehen, zu öffnen, wann und wo sie es für richtig halten und die bedrohte Ware in solcher Form zu veröffentlichen, dass sie noch von einer relevanten Öffentlichkeit im ursprünglichen Sinne des Wortes wahrgenommen wird.
Leider ist eben doch vielen Rezensionen anzumerken, das Erstsichtungen unter technisch und wahrnehmungsphysiologisch eingeschränkten Bedingungen stattfanden und dann zu analytischen Verschlüssen führten (habe solche Artikel gesammelt, nach welchen man nicht wenigen Rezensenten fortgeschrittene Blind- und Taubheit respektive technische Unwissenheit unterstellen darf. - Einige wenige machen aber immerhin selber Musik oder betätigen sich technisch und sollten davor gefeit sein).
Die Kampagne der Berlinale-Leitung (und der Staatsbeauftragten), dieses Festival als Zeichen der Kinointegration zu deklarieren, ausnahmslos geltend sowohl für das Publikum als auch für das Fachpublikum und die Journalisten (also Zero streaming), halte ich für unterstützungswert.
In Anbetracht eines Escape-Virus und einer normalen Infektionserkrankung der Atemwege sollte m.E. das Insistieren auf eine potenzielle Ansteckungsgefahr in den Sälen zurückgestellt werden.
Ich hätte mir gewünscht, das Interview wäre vielleicht anders verlaufen.
Ausnahmsweise mag man da BLICKPUNKT:FILM beipflichten:
https://www.facebook.com/100074587509314/posts/139605738535676/
Zwischenzeitlich berichtet der Filmvorführer der Spielstätte, dass beide Server zeitgleich in die Knie gegangen seien.
Das Sicherheitsprotokoll der Server sei für das Vorführpersonal nicht zugänglich protokolliert gewesen, spezielle Anwendungen in der Spielstätte hätten dem Server sozusagen vorgegaukelt, beim Vorführpersonal handele es sich um "Piraten".
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Nicht von ungefähr kommen bereits Vergleiche, der "Transhumanismus" habe damit nunmehr das Kinowesen erfasst.
Andere kontern mit einem noch deftigen Schlagwort, dem T.-F.: https://www.rubikon.news/artikel/der-technik-faschist
Die "Frankfurter Rundschau" zum Eröffnungsfilm sowie zur etwas lethargischen Eröffnungszeremonie:
https://www.fr.de/kultur/tv-kino/peter-von-kant-zwei-diven-sind-besser-als-eine-91343159.html
Beklagt wurden diesmal mangelnde Arbeitsmöglichkeiten für Journalisten, aber auch eine zu starke Verdichtung der Wettbewerbsfilme, die drei Tage früher nun, schon am Mittwoch, zu Jury-Entscheidungen führten:
https://www.fr.de/kultur/tv-kino/wir-muessen-mit-und-trotz-der-pandemie-leben-91317678.html
Wieder eine politische Berlinale, die diesmal jedoch auch Staatsführer ihrer Zeremonie voranstellt.
https://de.nachrichten.yahoo.com/politisch-muss-kunst-selenskyj-spricht-091620267.html?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmNvbS8&guce_referrer_sig=AQAAAHW5hW50deh0yWajb3RuCFj5c1H9QRUXyvNSXs61gZfdbDSnwIYwzWhJ7w5xZ3z5zG2BkuRK0yNeyYd7JwqlSvprBeheDLBnIzFRPBv4EGmPcADK52kmPlS2k-Ntje_SK4MeXwWgWdzkehjo1M0Fy142OJTwGqc7zenwsILJlyqH
In welcher politischen Qualität und als Teil welcher Militärstrategie fühlt sich die neue Berlinale-Leitung gebunden?
Zeitgleich zur Berlinale eigentlich eine Extra-Rubrik wert findet die Woche der Kritik vom 15.-23.2.23 in den Berliner Hackeschen Höfen und in der Auftaktveranstaltung der Akademie der Künste Stadt.
Nicht nur einige Premieren außerhalb des IFB-Rummels stehen im Zentrum, sondern sondern Symposien und ausgiebige Diskussionen über das Verhältnis von Institutionen, privatwirtschaftlichen Produktionsbetrieben und freischaffenden Künstlern bzw. Kuratoren, welche, wie beschrieben, oftmals in einem prekären Verhältnis zueinander stehen.
Die Frage der Fürsorge für das Kuratieren des bedeutsamen Films, aber auch die Sorge im Umgang wird Kreativen und Freischaffenden, von der Presse unzureichend beachtet, wird hierbei klarer beleuchtet:
https://wochederkritik.de/de_DE/konferenz-2023/
Berlinale Leitung entlassen.
https://www.n-tv.de/leute/Neue-Fuehrung-fuer-die-Berlinale-article24363902.html
Eine ausgezeichnete Analyse zum derzeitigen Schwächeln der Berlinale - Rüdiger Suchtsland im Interview:
https://www.swr.de/swr2/film-und-serie/berlinale-bekommt-neue-leitung-100.html
Berlinale in der Führungskrise:
https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/carlo-chatrian-verlaesst-die-berlinale-492023-100.html
Bundesregierung in der Führungskrise:
https://www.spiegel.de/kultur/kino/aus-fuer-berlinale-chef-carlo-chatrian-martin-scorsese-findet-claudia-roths-verhalten-unmoralisch-a-b06c2c96-bd73-43c3-adea-d7ede6867121
Verwaltung in der Krise:
https://www.fr.de/kultur/tv-kino/claudia-roth-und-berlinale-der-flurschaden-ist-angerichtet-92506119.html
Recht gelungene Einschätzungen des Filmkritikers Knut Elstermann:
https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/chatrians-abgang-gespraech-mit-knut-elstermann-100.html?fbclid=IwAR2N3_z3hhi3kcT2y3yLAXflDEfMHOBgWrMJ2mL--7wptp7cUywNjUN8qnI
https://taz.de/Kulturstaatsministerin-in-der-Defensive/!5960430/
Die Retrospektive beschäftigt sich mit dem Neuen Deutschen Film. Das Gesamtprogramm der Berlinale bereits teilweise veröffentlicht:
https://www.berlinale.de/de/2024/news-pressemitteilungen/245958.html
https://www.berlinale.de/de/home.html
Die Filme der Berlinale Classics:
· After Hours ›Die Zeit nach Mitternacht‹, USA 1985, Regie: Martin Scorsese
· Batalla en el cielo ›Battle in Heaven‹, MX/D/BE/F 2005, Regie: Carlos Reygadas
· Deprisa, deprisa ES/F 1981, Regie: Carlos Saura
· Gojira ›Godzilla‹, J 1954, Regie: Ishirō Honda
· Kohlhiesels Töchter D 1920, Regie: Ernst Lubitsch
· Offret ›Opfer‹, SE/F 1986, Regie: Andrei Tarkovsky
· Reifezeit BRD 1976, Regie: Sohrab Shahid Saless
· The Day of the Locust ›Der Tag der Heuschrecke‹, USA 1975, Regie: John Schlesinger
· The Love Parade Liebesparade, USA 1929, Regie: Ernst Lubitsch
· Tian bian yi duo yun ›The Wayward Cloud‹, TW/F 2005, Regie: Tsai Ming-liang
Die Filme der Retrospektive:
· Banale Tage D 1991, Regie: Peter Welz
· Chapeau Claque BRD 1974, Regie: Ulrich Schamoni
· Dark Spring BRD 1970, Regie: Ingemo Engström
· Das deutsche Kettensägenmassaker D 1990, Regie: Christoph Schlingensief
· Denk bloß nicht, ich heule DDR 1965/1990, Regie: Frank Vogel
· Der kleine Godard. An das Kuratorium Junger Deutscher Film BRD 1978, Regie: Hellmuth Costard
· Die Deutschen und ihre Männer – Bericht aus Bonn BRD 1989, Regie: Helke Sander
· Die endlose Nacht BRD 1963, Regie: Will Tremper
· Engel aus Eisen BRD 1980, Regie: Thomas Brasch
· Fegefeuer BRD 1971, Regie: Haro Senft
· Herzsprung D 1992, Regie: Helke Misselwitz
· Ich BRD 1988, Regie: Bettina Flitner
· Im Land meiner Eltern BRD 1981, Regie: Jeanine Meerapfel
· Jesus – Der Film BRD 1985, Regie: Michael Brynntrup
· Kismet, Kismet BRD 1987, Regie: Ismet Elçi
· Leuchtkraft der Ziege – Eine Naturerscheinung DDR 1988, Regie: Jochen Kraußer
· Macumba BRD 1982, Regie: Elfi Mikesch
· Nicht nichts ohne dich BRD 1985, Regie: Pia Frankenberg
· Shirins Hochzeit BRD 1976, Regie: Helma Sanders-Brahms
· Supermarkt BRD 1974, Regie: Roland Klick
· Tobby BRD 1961, Regie: Hansjürgen Pohland
· Unsichtbare Tage oder Die Legende von den weißen Krokodilen D 1991, Regie: Eva Hiller
· Zwei unter Millionen BRD 1961, Regie: Victor Vicas, Wieland Liebske
PK:
https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20240122_1930/programm-der-berlinale.html
Cinema for Peace:
https://fb.watch/pPzMIZWW2M/
Filme von Hamburgern:
https://www.abendblatt.de/hamburg/kultur/article241529440/So-viel-Kino-aus-Hamburg-steckt-2024-in-der-Berlinale.html
Ehrenbär für Martin Scorsese:
https://www.berlinale.de/de/2024/news-pressemitteilungen/248066.html
(Und vielleicht machen wir eine Plakatausstellung über ihn, falls die Zeit reicht.)
https://www.rbb24.de/kultur/berlinale/beitraege/2025/berlinale-programm-veroeffentlicht-berlin-filmfestival.htm/alt=amp.html
Gesamtprogramm: https://www.berlinale.de/de/programm/landing-programm.html
Durch die Neubesetzung der Kinematheksspitze aber auch der Berlinale Direktion sind mehr sozialrealistische aktuelle Themen ins Zentrum gerückt. Das kann man befürworten. Oder auch Kritikern zuhören, die es als wokeness bemängeln würden:
https://www.berlinale.de/de/2026/news-pressemitteilungen/268354.html
Zwei Termine für den Kurzfilm eines der größten 70mm-Enthusiasten in Europa (auch Vorführer des Gartenbau-Kinos), Johan Lurf:
FOREVER... FOREVER
Ankündigungstext:
Over the course of 22 months, Johann Lurf fixed the gaze of a specially developed 65mm camera on a single fragment of the world: the Ottenstein Reservoir. What begins as a quiet observation of nature gradually transforms into a monumental image of cosmic motion. At first, the lake appears familiar – a place suspended between sky and water. But as the exposures grow longer, the dimensions themselves shift: stars begin to draw delicate lines, the sun inscribes bright arcs, the moon traces soft, almost calligraphic diagonals. The water surface becomes a perfect mirror that folds sky and landscape symmetrically into one another – above and below, light and shadow, becoming and fading. Lurf explores the relationship between vision and cosmos: the reservoir turns into a planetary clock whose hands are made of light. Finally, the panorama freezes into diagonal bands of pure light: traces written by sun and moon over many months. A film that does not narrate, but reveals how time and sky intertwine – a harmony of the world that ultimately unfolds with unexpected force. (Martin Reinhart)
Termine:
Wednesday Feb 18 18:00
Delphi Filmpalast
Friday Feb 20 18:30
Cinema Betonhalle@Silent Green
https://www.berlinale.de/en/2026/programme/202606250.html
TESTAMENT OF ANN LEE: 19.2.26, 21:45 auf der Berlinale (Zoopalast 1, 70mm):
https://www.berlinale.de/de/2026/programm/202616038.html
Berlinale wird ja auch dieses mal besucht von zahlreichen internationalen amerikanischen Stars.
Das sollen sie sein:
https://www.tip-berlin.de/kino-stream/berlinale/berlinale-2026/berlinale-2026-stars/
Und bist Du auch dabei als Gast dort bei der jetzigen Berlinale?
https://www.ardmediathek.de/video/rbb24-brandenburg-aktuell/brandenburg-auf-der-berlinale/rbb/Y3JpZDovL3JiYl8zYWE4MGFmMi0wYzJiLTRkODctYThiZS00NWY0OTIyYzFkMzBfcHVibGljYXRpb24
Jüngster Rückblick auf die Berlinale-Geschichte:
https://www.rbb24.de/kultur/berlinale/beitraege/2026/geschichte-berlinale-1951-2026-.html
Zur Berlinale 2026 hat der Verband der Regisseure (https://www.regieverband.de/) das Dorfkinoprojekt (https://www.dorfkinoeinfach.de/)eingeladen (https://www.regieverband.de/veranstaltung/2026-02_bvr-berlinale-veranstaltungen).
Dann wissen sie ganz genau, wo für Kunst, für eine ansprechbare Bevölkerung und auch ihre Plattform relevante Aufführungsorte sind, die mit aufzubauen sind. (Vielleicht auch eine Gegenbewegung zum sozial immer weniger integrativen Multiplex).
Wegfall der Pressevorführungen beim Forum des jungen Films und eine Rundschau über die Misere der Berliner Kinosituation von Thomas Groh - außerordentlich treffend und gelungen:
https://www.critic.de/special/trockengelegte-oasen-berlinale-grohlumne-2-4823/?fbclid=IwdGRjcAQAPpxjbGNrBAA9gGV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHgjeFbXo_cG1Nx3xSvsPrJqqxMM8hnmXlHJxQUvMcjNATxCF1YEwX47Ct2tY_aem_WLyrFSTuEScq3SEk8i_QqQ
GEHEIMNISSE EINER SEELE (DR 1927) - 4k-Restaurierung im Haus der Kulturen der Welt:
Die Materiallage mit zwei Dupnegativen war wohl eher dürftig, das gesamte Ergebnis zu stark kompiliert aus überwiegend schlechten Quellen.
Wenn nun das Originalnegativ verloren ist, aber seitens der Direktorin der Murnaustiftung die Rede davon war, das Ganze stamme noch von 35 mm-Theaterkopien und eben von 16 mm Material, dann fragt sich, warum nicht direkt von dem Theaterkopien gescannt wurde?
Hierzu fehlte jegliche Information, was mutmaßen lässt, was eigentlich mit den Theaterkopien, von denen die dürftigen Internegative in Schwarz-Weiß gezogen wurden, passiert ist oder ob kassiert worden ist?
Das musikalische Experiment war legitim, jedoch existierte vor 100 Jahren eine Musik von Heymann unter der Leitung von Giuseppe Becce. Diese hätte man lieber gehört und dafür das musikalische Experiment des jungen koreanischen Komponisten (mit der sensorischen Gehirnübertragung der Bratschistin auf Lichtpalisaden) auf Sonderveranstaltungen über das Jahr verlagert gesehen.
Bei den Seitenplätzen störten auch die Lichtpalisaden teilweise im Leinwandbild, und der Digitalprojektor war offenbar nur noch in einem etwas rotstichigen Modus abspielbar.
Beschwerden intellektueller Filmschaffender auf der Berlinale bzgl. Gaza-kritischer Stimmen (sie setzen sich also ein für die Rechte der Palästinenser):
https://www.welt.de/kultur/kino/article6991ea85f4d0b8d94ca1d433/berlinale-bardem-swinton-co-beweisen-dass-richtig-ist-was-sie-kritisieren.html
Deswegen soll nach Angaben der BILD-Zeitung die Berlinale-Chefin schon wieder abgelöst werden, nachdem bereits ihr hervorragender Vorgänger nach nur zwei Amtsjahren weggemobbt wurde:
https://m.bild.de/politik/inland/druck-von-merz-minister-weimer-berlinale-chefin-wird-nach-skandal-foto-abgeloest-699eb62dd7de5a808f60c60b
Vielleicht wird dann der (unter Korruptionsverdacht stehende) Medienunternehmer Weimer, derzeit Bundesbeauftragter für Kultur und Medien, der neue Berlinale-Chef?
https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/wolfram-weimer-will-berlinale-chefin-tricia-tuttle-entlassen/
Es wurde gestern als Folge des BILD-Artikels kolportiert, dass heute, am Donnerstag, dem geplanten Gespräch zwischen Tuttle und Weimer ein gegenseitiges Einverständnis vorausgegangen sei, wonach Tuttle auf den Posten verzichte. Es klingt wie einen vorauseilendes Schuldeingeständnis?
Dann würde Tuttles Amtszeit enden.
Anzunehmen und zu erhoffen ist eher, dass sie eine kämpferische Position einnimmt wie bereits
Chatrian, welcher sich seinerzeit gegen einen Opportunismus des Kulturbetriebs wehrte (leider erfolglos, nachdem sjch die filmfachlich nicht sehr sattelfeste Kulturbeauftragte für Kultur und Medien, Frau Roth, auf Chatrian eingeschossen hatte).
Neu sind politische Zerwürfnisse auf den IFB nicht, zumal seinerzeit Wolf Donner seinem Rauswurf zuvor kam, als im Zeitalter der damals noch gewollten Entspannung die RGW-Staaten vom Festival abzogen, wobei der eigentlich links stehende Donner nichtsdestotrotz und völlig zurecht die künstlerische Freiheit auch für Cimino proklamierte (obwohl dessen Film tatsächlich gegen die Völkerverständigung verstiess).
So komplex vermag Weimer gar nicht zu denken, der als Galionsfigur des Cancel Culture auf windigen Symposien (mit Anklang an die Bilderberger?) meines Erachtens in der Kulturförderung nicht zu suchen hat.
Ganz neu scheint das Intervenieren nicht zu sein, da sich seinerzeit auch Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann die Invektive gegenüber Achternbuschs "Gespenst" herausnahm, dieser sei "gotteslästerlich und pervers".
Dies führte aber noch lange nicht zur Abberufung der Berlinale-Leitung, was erst in den letzten Jahren (seit Corona?) in Mode gekommen zu sein scheint, um sich eines Virus zu entledigen.
Offenbar wird ein Teil des palästinensischen Freiheitskampfes als terroristische Epidemie begriffen, während das rechtsstaatliche Israel doch immerhin der uns vertrauten Gewaltenteilung und Demokratie zugeneigt sei. Aber die Bundesrepublik lebt ja auch von Waffengeschäften, und mit einem Volk der Dritten Welt, mit Palästinensern, lassen sich keine nachhaltigen Geschäfte machen.
Es wurde bereits als Folge des BILD-Artikels kolportiert, dass heute, am Donnerstag, dem geplanten Gespräch zwischen Tuttle und Weimer ein gegenseitiges Einverständnis vorausgegangen sei, wonach Tuttle auf den Posten verzichte. Es klingt wie einen vorauseilendes Schuldeingeständnis?
Dann würde Tuttles Amtszeit enden.
Anzunehmen und zu erhoffen ist eher, dass sie eine kämpferische Position einnimmt wie bereits Chatrian, welcher sich seinerzeit gegen den Opportunismus des Kulturbetriebs wehrte (leider erfolglos, nachdem sich die filmfachlich nicht sattelfeste Kulturbeauftragte für Kultur und Medien, Frau Roth, auf Chatrian eingeschossen hatte).
Neu sind politische Zerwürfnisse auf den IFB nicht, zumal seinerzeit Wolf Donner seinem Rauswurf zuvor kam, als im Zeitalter der damals noch gewollten Entspannung die RGW-Staaten vom Festival abzogen, wobei der eigentlich links stehende Donner trotzig und zurecht die künstlerische Freiheit auch für Cimino in Anspruch nahm (obwohl dessen Film tatsächlich gegen die Völkerverständigung verstiess).
So komplex vermag Weimer nicht zu denken, der als Galionsfigur des Cancel Culture auf windigen Symposien (mit Anklang an die Bilderberger?) in der Kulturförderung nichts zu suchen hat.
Ganz neu scheint das Intervenieren nicht zu sein, da sich seinerzeit auch Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann die Invektive gegenüber Achternbuschs "Gespenst" herausnahm, dieser sei "gotteslästerlich und pervers".
Dies führte aber noch lange nicht zur Abberufung der Berlinale-Leitung, was erst in den letzten Jahren (seit Corona?) in Mode gekommen zu sein scheint, um sich eines Virus zu entledigen.
Offenbar wird ein Teil des palästinensischen Freiheitskampfes als terroristische Epidemie begriffen, während das rechtsstaatliche Israel doch immerhin der uns vertrauten Gewaltenteilung und Demokratie zugeneigt sei. Aber die Bundesrepublik lebt ja auch von Waffengeschäften, und mit einem Volk der Dritten Welt, mit Palästinensern, lassen sich keine nachhaltigen Geschäfte machen.
Dem zuletzt auf der Jahresversammlung der BKM-Preisträger von Schauburg Karlsruhe eifrig komplimentierten Weimer wird nun nachgesagt, die Berlinale in Trümmern zu legen:
https://www.monopol-magazin.de/nicht-tuttle-sondern-weimer-muss-gehen?fbclid=IwdGRjcAQNH09jbGNrBA0e-mV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHr5M1lc_h6LQVmZevNj_VXy9N1TbvKsZOIe4SqMVXvE94TLinlMHoAjxhy9n_aem_xv59HUUuY3V3gjOObIk65g
Weimers Vorgängerin Roth hierzu:
https://www.spiegel.de/kultur/kino/claudia-roth-kritisiert-berlinale-politik-von-wolfram-weimer-a-33300643-93f4-4546-8de6-fd8e462943e7
Ausführlicher:
https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/berlinale-in-der-krise-sendung-vom-26-02-2026-100.html
https://www.ardmediathek.de/video/rbb24-abendschau/wird-die-berlinale-chefin-abgeloest/rbb/Y3JpZDovL3JiYl82NjQ4MDdhNS05ZDIyLTQ2MTctODE4Ni1lNzcyZWVkM2MxZmRfcHVibGljYXRpb24
Frau Tuttle selber spricht von einem vergifteten Verhältnis und gießt somit Wasser auf die Mühlen des Staatssekretär (anstatt knallhart zu kontern. Aber ihr wurde auch nachgesagt, dass dieser Affront sie überstrapaziert habe und ihr angeblich die "Härte eines Politikers" fehle):
https://www.rbb24.de/kultur/berlinale/beitraege/2026/tricia-tuttle-zukunft-wolfram-weimer.html
Mit einer Ablösung wäre also der "Scherben im Schaufenster" https://www.monopol-magazin.de/berlinale-weimer-tuttle-das-schaufenster-als-scherbenhaufen?fbclid=IwdGRjcAQR8CRjbGNrBBHwIWV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHtfT8RCiujfSfzXY0H8d_RldSKpDv4_jEiPIul4N_uBDFGaiFXHPzjGISncr_aem_JDaP04I7-1kcRusGBrVBfg
besiegelt und der Ruf des Festivals auf Jahrzehnte hin als Büttel der Staatsräson angeschlagen.
Also doch einen subtilen Maulkorb umgehängt? Nennt sich jetzt seitens des BKM "beratendes Forum".
https://www.facebook.com/share/1BUDTuJRqU/
https://www.rbb24.de/kultur/berlinale/beitraege/2026/tricia-tuttle-interview-rbb-festivalleiterin-weimer-berlin.html