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#61
EXTERNE FAKTOREN / Aw: Off Topic
Letzter Beitrag von Apache Apache - 07.10.26, 00:44
THE BRIDGE ON THE RIVER KWAI

https://www.imdb.com/de/title/tt0050212/technical/?ref_=tt_spec_sm

CinemaScope 55 & BlowUp 70

Und was genau bringt hier bei diesem Film eine siebziger blowup Kopie?



Quelle Screenshot Columbia Pictures
#62
Nun dieses siebziger Festival da in Karlsruhe ist ja nur einmal im Jahr und als purer Nostalgiker wie Du einer bist darf man dort auch nicht fehlen so meine eigene Meinung. Und da bildlich richtige siebziger Filme heute leider total rotstichig geworden sind bleibt mir auch nur die Freude am wuchtigen Ton dieser blowup Kopien. 
#63
Kino dort in Lahnstein steckt mit seinem perfekten Lautsprechersystem diese beiden Kinos also Schauburg und Lichtburg klanglich mit links in die Tasche nur mal so zur reinen tontechnischen Information.
#64
Kinos eingerichtet mit einem bei Filmton perfekten Lautsprechersystem sowie einer genauen Equalisierung der gesamten Tonanlage klingen selbst mit einem Tiefton genial und Pauken ohne einen Tieftonlautsprecher ergeben da leider keinen wuchtigen Klang eines Konzertes.
#65
Grundsätzlich ja ja, aber in Sonderfällen wie den Cinerama Vorführungen, etwa von "Das war der Wilde Westen!" wurden selbst modernere Subwoofersysteme aus Imax Kinos ähnlich hatten gestellt.
Ist sehr wesentlicher Bestandteil des Mixes, aber im Alltag höre ich diese Frequenzen eher einen seltenen Fällen.

Daher handelt es sich für mich nicht in erster Linie um ein technisches und künstlerisches Mittel, sondern um ein Marketinginstrument. Dessen Einsatz schickt oftmals andere tonspezifische Möglichkeiten und Ausdrucksmittel, etwa Direktionalität, leider in den Hintergrund.

Orchesterinstrumente und auch Gesangsstimmen bedürfen eine subwoofers überhaupt nicht.
32 Fuß Prinzipialregister bei der Orgel bisweilen schon.

Falls der Subwoofer zusammenbricht, ist die Hörerfahrung, Tiefe und Emotionalität noch lange nicht am Ende.


#66
Vielen Dank, habe jedoch alle Filme und Kopien bereits mehrmals gesehen.
Manche dortigen Besucher kommen aber gerne auch in unsere Stadt, und lange Reisen sind mir arbeitsbedingt nicht möglich.
#67
Nun ja Du bist dort in Karsruhe mit Sicherheit ein recht gut angesehener Gast und verderbe dir jetzt nicht auch noch selbst die Freude an diesen siebziger Festivals also fahr ganz einfach da hin zu den lieben Nostalgikern.   
#68
Zitat von: Filmgärtner am 02.10.26, 22:14Bass Extension Enthusiasten

Nun leider verstehst Du als Berliner genau so wenig von der richtigen tontechnischen Ausnutzung des siebziger Pistentons wie auch schon unser Karlsruher generationsbedingter Kinoguru. Und erst ab den achtziger Jahren zum hochverdienten Dank an Skywalkersound mit blowup Filmkopien kam der siebziger Pistenton so richtig zur Geltung in den Kinos.
#70
Heute ist der 70. Jahrestag der Weltpremiere.


Ein kleiner Text der Würdigung eines bei jedem Wiedersehen immer zeitloser wirkenden Mammutwerks:

Ein bereits (unabhängig von DeMilles Vorahnung, Wille und Absicht) autonom, sich endlos fortsetzendes Spiegelbild der US-Bourgeoisie und des militärisch industriellen Komplexes?
Zugleich kinohistorisch die "Mutter der Blockbuster".

Hestons (Moses') Abstieg vom Thronfolger, der seine ihm unbekannte Mutter vor den Mühlen rollender Pyramiden rettet, zum Anführer eines israelischen Frühproletariats, ist bewegend. Bis hin zu späteren Religionsstiftern oder Revolutionsführern (selbst des 20. Jahrhunderts) eine klare Ansage.

Brunners Verkörperung gottgleicher Machtgier (die alienartige Behelmung wirkt wie eine Warnung vor dem transhumanistischen Cyborg?) ist beängstigend: nicht außerirdischer Natur, sondern menschlich erschaffen.

Baxter kann nicht genug gewürdigt werdem: derart "aus der Zeit gefallen", dass auch postmoderne Interpretationen sich auf ihre Figur reflektieren lassen: ein  wahrscheinlich genialer Instinkt des Regisseurs in der Wahl seiner Darsteller.

Die Vision einer Meeresteilung folgt nicht naturgesetzlichen Perioden (dies war der ehrenwerte Ansatz des sonst kraftlosen Films von Ridley Scott), sondern nimmt sich das Recht auf Symbolik und psychologische Dichotomie: ein manichäisches Weltbild und die Kollision paukenschlagähnlicher Kontrastmontagen hat hier ein Kaleidoskop entstehen lassen.

In Kenntnis der Arbeit von Kameraleuten ist anzunehmen, dass an jeder einzelnen Einstellung wochenlang geprobt wurde - jeder einzelne Kader reicht für ein vergrößertes Wandbild (Hollywood ahmte die Renaissance und auch den Viktorianismus nach).

Der junge Filmkomponist Elmer Bernstein überragt seinen Vorgänger Victor Young bei Weitem.

Aufgenommen im heute wieder entdeckten VistaVision-Prozess, verfügt zumindest die elektronisch restaurierte US-Version endlich über einen stereophonischen (einstmals magnetischen) Ton.

(Der Titel hat einen als Neunjährigen im Berliner Cosima Kino - trotz einer katastrophal-dunkelgelbstichigen Projektion, zerranzten Technicolor-Kopie mit dumpfen Monolichtton - noch von der hintersten Reihe aus gepackt und jahrelang nicht schlafen lassen. 1974 auch in einer 70 mm- Version neu herausgebracht, gehört er zu einer Anthologie an Monumentalfilmen, mit denen speziell ausgerichtete Breitwandkinos viele Jahre lang, noch selbst in Reprisen, ihre Existenz sichern konnten).