Frankfurt am Main

Begonnen von Filmgärtner, 16.03.24, 15:32

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Filmgärtner

Und hier die Petition für die derzeitigen Betreiber, die ich unterschrieben habe:

https://weact.campact.de/petitions/berger-kino-fur-alle?from_action_confirmation=true

(Möglicherweise spenden wir auf Leihbasis dem Kollektiv etwas für ihre Projektionstechnik, falls tatsächlich, wie böse Zungen prophezeihen der Barco Projektor einmal ausfallen sollte.)

Filmgärtner

24.04.24, 15:03 #31 Letzte Bearbeitung: 25.04.24, 07:27 von Filmgärtner
Stichpunktgeber waren auch Persönlichkeiten aus dem direkten Umfeld des Deutschen Filmmuseums Frankfurt, auch jene, die direkt dort arbeiten und entweder auf mangelnden Bedarf weiterer Kulturinitiativen (neben ihrer eigenen?) hinweisen, und wenn dies nicht sofort verfing, sicherheitstechnische oder verleihrechtliche angebliche Unregelmäßigkeiten der Initiative unterstellen:

"Hoffentlich wird auf Social Media begleitend dokumentiert, wie die Gruppe engagiert (...) sich Geheimnisse der Haustechnik zupackend aneignet, Feuer und Flamme für Brand- und Arbeitsschutz wird. Alles viel zu wichtig, um des den "AWM" zu überlassen, keine Kompromisse mit dem Patriarchat!"

" (...) schmerzhafte Erinnerungen daran, wie andere geschlossene Traditionskinos in dieser Stadt "umgenutzt" und dabei baulich endgültig vernichtet wurden, wobei z. T. auf Sicherheit und Gesundheit des Publikum gepfiffen wurde. Möchte das nicht wieder aufrollen, bitte aber um Verständnis für Leute, die sich der medialen Begeisterung nicht anschließen wollen."

"Man darf auch die Frage stellen, ob die Themen, die den Besetzern vorschweben, in Frankfurt nicht bereits regelmäßig und ausführlichst behandelt werden. Besteht in dieser Stadt zwischen Filmkollektiv, Kinothek Asta Nielsen, Pupille e.V., Filmforum Höchst, B3-Festival, Lichter Festival, Schamlos & Harmlos, queerfilmfestival (im Cinéma, Mal Seh'n) tatsächlich eine Lücke, die mit Subvention auszufüllen wäre? Oder geht es um ein identitätsstiftendes Gemeinschaftsprojekt?

Die Frage scheint aber "Jehova" für manche Ohren zu sein."



Und am Ende noch der nationalen Rechten Munition lieferten, die bald von sich hören ließ:


"Von den ganzen auf alternativ geschwurbelten Realitätsverweigerern hat doch eh niemand Ahnung vom realen Kinobetrieb. In deren Hohlbirnen schwirren neben huldigungen einer propadandistisch erhobenen Schwedin (...) dass da entweder irgendwo die "DVD reingesteckt wird" (was im Kontext so mancher Individuen nun auch wieder sexistisch wirken mag) oder dass da in den "Beamer" gestreamt wird.
Ich will nicht wissen, wie die Technik nach deren "Wiederbelebungsversuchen" so aussieht..."


"oh Gott. Antifanten.... Beschweren sich in ihrem Pamphflet über "Hipster-Cafes" und sind doch zu 90% selbige und/oder gelangweilte Kinder aus reichem Hause.... (...)
Was dem Eigentümer angeht, der ist doch Ortsvorsteher der Grünen.

Dann solle er doch mit gutem Beispiel vorangehen und das durchziehen, was seine Schulabbrecherkollegen und Parteibonzen in Berlin immer fordern: Sich selbst Enteignen.
(...). Wundert mich, dass die Antifanten da so gegen ihren "grünen Führer" schießen, schließlich vereint beide doch die gleiche Ideologie: Ein gesellschaftlicher Umbau ohne "Klassen" (hat man ja schon desöfteren Versucht, ging immer gehörig schief"

Zit. aus: https://www.filmvorfuehrer.de/topic/39759-kinobesetzungen/#comments

Mit der institutionalisierten Rechten darf man gleich mitjubeln - warum nicht in dieser Art:

Alles für D! Zurück zur wahren Unternehmerehre anstelle antifaschistischer, klassenkämpferischer, neureicher Filmlesben im Wolkenkuckucksheim.
Vielleicht sollte sich ein jeder (ehemaliger) großer Filmvorführer einmal verkleiden als kleiner Franz Josef Strauß:


https://youtu.be/ppwVSa3M64Y?si=hsCvW2_1UJUDLXlX

Oder mitsingen:

"Das Volk steht auf, der Sturm bricht los" (1813, Theodor Körner): die Frau bekleidet die Rolle, die sie verdient:


https://youtu.be/zfkIBVb4r_w?si=0Sy2uls0UrECp2gH

A-Cinema

Ja, diese Leute wirken auf mich genauso wie Du es beschreibst.

Ich finde die Art deren Ausdrucks unter allem Niveau. Über Inhalte könnte man sprechen, aber ich würde nicht mit jemandem diskutieren wollen, der sich von vornherein ins Abseits setzt (bzw. mich versucht dorthin zu schieben)

Besonders kurios finde ich ja, dass sie sich über Förderungen aufregen, da sie ja zu einem großen Teil selber bis zum gehtnichtmehr gefördert wurden und werden.

A-Cinema

Ich schaue gerade auf das Filmmuseum Frankfurt/Main, finde aber nichts konkretes zu Förderungen.
Im Moment habe ich leider nicht die Zeit, da etwas Transparenz zu schaffen, also muss ich das erstmal verschieben.

Apache Apache

Warst du im Filmmuseum in Frakfurt und auch in der Projektion?

Michael Ludwig

Zitat von: Filmgärtner am 07.04.24, 12:26Ein Interview mit Sophie Brakemeyer, eine der Initiatoren der Besetzung des Burger Kinos mit Erläuterungen über die kommende Projektarbeit.
Eine Förderung im Ortsbeirat des reaktionären Frankfurt wurde durch CDU und FDP abgeschmettert, aber das Konzept ist in sich stimmig und förderungswürdig.

Eventuell gibt es Probleme mit der Digitalprojektion, aber vielleicht kann man der Initiative sogar mit einer spielfähigen Anlage behilflich sein.

https://filmloewin.de/berger-kino-interview/?fbclid=IwAR3Sqoew2AA_ciGijvgYY-POyQo9vlQs4FQ8i2ZyWRhMaZ_-_Qc8KDuGzH4

Das Ganze wird begleitet von einer beispiellosen Häme im Projektionisten-Forum, vermutlich motiviert durch Neid und Verachtung gegenüber Kreativschaffenden.
Manche sind in ihrer Geisteshaltung der Adenauer-Republik nie entwachsen. Man könnte die Zeit natürlich noch weiter zurückdrehen und träfe auf das immerselbe deutsche Wesen.


Michael Ludwig

"Das Ganze wird begleitet von einer beispiellosen Häme im Projektionisten-Forum, vermutlich motiviert durch Neid und Verachtung gegenüber Kreativschaffenden.
Manche sind in ihrer Geisteshaltung der Adenauer-Republik nie entwachsen. Man könnte die Zeit natürlich noch weiter zurückdrehen und träfe auf das immerselbe deutsche Wesen."

Danke, seh ich genau so.

Christian_Mueller

Hat man ja auch während der sog. Pandemie gesehen wie es in den deutschsprachigen Ländern, von solchen Leuten ausgehend, so zugeht...

Filmgärtner

26.04.24, 02:03 #38 Letzte Bearbeitung: 26.04.24, 12:03 von Filmgärtner
Nun laufen die Programme des Kollektivs weiter, manchmal handgemacht, mit einem nicht austauschbaren Themenkatalog und ausgewogenen Plänen für eine Verbesserung der Spielstätte.

Während im Projektionisten-Forum einige im Dreieck springen, dass es so etwas eigentlich gar nicht geben dürfe...
Nun bleibt Jedem unbenommen, dort tätig zu werden, wo er mag oder Geld verdient.

Sich aber dermaßen unwissend zu geben, als habe man noch nie gehört von den aberhunderten oder tausenden autonomen Kino-Initiativen der Republik seit Jahrzehnten, die natürlich beim Brancheneinstieg stets auch improvisierten, ebenso die Maßstäbe der Filmvermittlung umkrempelten, aber auch zur Konstituierung der kommunalen Kinos beitrugen, das grenzt wahrlich an Ignoranz (oder mangelnder Branchenerfahrung? Dabei pochen gerade die Beschwerdeführer unablässig auf ihre Erfahrung oder schließen Wetten darauf ab, wann die Initiative wieder endet. Anstatt sich helfend zu beteiligen oder etwas zu spenden).

Für einige wohl beginnt die Filmwelt bei James Bond und endet bei Avatar und fabrikneuen DCI-Projektoren. Alles was dazwischen liegt oder andersartig daherkommt, darf sich wohl nur an solchen Maßstäben messen oder muss ansonsten aufhören zu existieren.

Dass dann letztlich unter den konservativen Projektionisten noch das böse Wort der Förderung an den Pranger gestellt wird (deren Gelder man doch selber bei jeder Gelegenheit bei Pandemien einheimst, zumeist oft ohne Gegenleistung) fungiert hier gleichziehend z.B. auch zum Sozialneid auf noch anderen Plattformen gegen zu integrierende Ausländer, die wahrscheinlich genauso von der Bildfläche zu verschwinden hätten wie die Frankfurter Kino-Initiative...

A-Cinema

Zitat von: Apache Apache am 24.04.24, 19:45Warst du im Filmmuseum in Frakfurt und auch in der Projektion?

Ich war eigentlich gefühlt nur in der U-Bahn. Zu anderen Sachen bin ich nicht gekommen - immerhin konnte ich das E-Kino von aussen betrachten.
Und Leute, die im Schatten von Bankentürmen betteln.

Filmgärtner

Personal würde fehlen, heißt es dort.
Personal gibt es schon, aber das willige darf ja in solchen Filmtheatern nicht arbeiten und sitzt zu Hause arbeitslos vor dem Fernseher und nimmt sein Fachwissen mit ins Grab.

https://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-e-kino-schliessung-aufgabe-hauptwache-zeil-unterhaltung-kultur-92781795.html

Apache Apache

Warum gibt es allgemein so viele Diskussionen von diesem erneut in Betrieb genommenen Kino dort aus Frankfurt als sei das fast schon eine politische Angelegenheit?

Filmgärtner

27.04.24, 13:55 #42 Letzte Bearbeitung: 27.04.24, 13:57 von Filmgärtner
Endlich mal wieder politisch - wurde doch Jahrzehnte behauptet, Film und Kino seien nur schützenswertes Nostalgie- oder Konsum-Refugium.

Das Thema schlägt anderenorts hohe Wellen, weil man dort sich zu lange weltfremd und unpolitisch gerierte.

(Hier tauchen ja in dem speziellen Thread jeden Tag neue politische Themen auf, die in anderen Foren unterdrückt wurden. Wobei die Vorstellung neuer Quellen im Vordergrund steht, weniger die Privat-Fehden mit anderen Usern. Seltsamerweise ist genau dort, wo man jahrelang unpolitisch sein wollte, der Streit am schlimmsten entfacht).

Andererseits kommen zum Thema Frankfurter Kino in den nächsten Jahren hier gewiss noch andere Sichtweisen, Erinnerungen und Perspektiven - es geht mitnichten nur um die Debatte um das besetzte Berger-Kino, aber ich freue mich über den Mut und das Engagement.

Filmgärtner

28.04.24, 00:48 #43 Letzte Bearbeitung: 28.04.24, 20:08 von Filmgärtner
Ein bereits drei Jahre altes Interview mit dem Pächter, inmitten der Corona-Zeit, dessen feste Pläne und Konzepte so eigentlich nicht erkennbar sind.
Da er nicht mochte, aber das Kollektiv gerne dort Programm macht, wäre eine baldige Entscheidung zu begrüßen.

https://www.facebook.com/share/v/tB4mBK9HT5NCcJxQ/

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Zur Rhein-Main-Kinomanagement GmbH gehört auch die Arthouse Gruppe Frankfurt, welche mit dem Cinéma und der als bestes Programmkino bereits prämierten Harmonie zuletzt das Eldorado übernommen hatte, und zwar von der Jaeger-Gruppe.
Möglicherweise gelingt auch die Übernahme der E-Kinos?

https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Kultur-9/Frankfurts-aeltestes-Kino-schliesst-Adieu-Eldorado-37282.html

https://www.hessenschau.de/kultur/e-kinos-in-frankfurt-schliessen-am-sonntag-v1,e-kinos-frankfurt-schliessen-102.html

https://www.arthouse-kinos.de/die-kinos/eldorado/

Filmgärtner

01.05.24, 14:25 #44 Letzte Bearbeitung: 01.05.24, 14:38 von Filmgärtner
Vor drei Tagen geschlossen, ist jetzt ein ausführlicher Report über die Betreiberfamilie Reichard-Jäger erschienen, die die E-Kinos 98 Jahre betrieben hatten - mit einem Interview mit Gabriele Jäger und einem aktuellen Schließungsfoto:

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurter-e-kinos-schliessen-ende-einer-kinodynastie-19685796.html

Filmgärtner

06.06.24, 16:02 #45 Letzte Bearbeitung: 06.06.24, 16:04 von Filmgärtner
Zurzeit gibt es auch einmal Einspruch der Bauaufsicht, was normalerweise Probleme bezeichnet, die sich auch durch Verständigung und Dialog lösen lassen und so in der Branche tagtäglich und seit Jahrzehnten gelöst werden.

Nichtsdestotrotz ein Jubeln im Filmvorführer-Forum, dass nun geschlossen sei, dass das auch am besten so bleiben könnte und der Rechtsstaat endlich durchgegriffen hätte.

Man fragt sich, ob mancher dort mehr an Kunst und Kultur oder doch eher an inquisitorischem Vorhalten von Vorschriften und entsprechenden Verfolgungen interessiert ist?

Aversion gegen "links", was immer das auch bezeichnet, spielt außerdem eine Rolle.

A-Cinema

Ich versuche mir gerade das Verhalten dieser Leute ökonomisch zu erklären.

Diese Kinos haben ja von analoger zu digitaler Projektion mit erheblichen Investitionskosten gewechselt.
Dafür werden von unabhängiger Stelle 60.000€ angesetzt (ich würde die Kosten niedriger veranschlagen)

Woher also haben diese Kinos die Finanzierungsmöglichkeit dafür?

Eine Möglichkeit wäre, dass sie auf ihren bisherigen Profit verzichten, also hat der GF bzw. Eigentümer jetzt eben ein paar Hunderttausend weniger (was nicht schlimm ist, wenn man ihren Profit für die Jahre vorher betrachtet).
Eine andere Möglichkeit ist, dass für die Finanzierung öffentliche Mittel aufgewendet wurden.

Was ich aber wirklich nicht verstehe ist, dass diese rustikalen Kinobetreiber ihre Tätigkeit im marktwirtschaftlichen Umfeld verorten und anderen - neu auftretenden Marktteilnehmern - das ihnen selbst vorher zugesprochene Privileg absprechen wollen.