Aktuelle Vorführungen vom "Filmbandoriginal"

Begonnen von Filmgärtner, 12.12.21, 09:18

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Apache Apache

Zitat von: Filmgärtner am 02.04.26, 10:35DER SCHATZ IM SILBERSEE

Du lebst doch auch dort in Berlin also nun aus welchem Grund kein Besuch da im Kino bei diesem Film.

Apache Apache

Zitat von: Filmgärtner am 05.04.26, 08:27Rot und scharf oder bunt und unscharf.

Ist eine Kopie einmal rot geworden so wird diese auch nicht mehr bunt von den Farben! Ist dieser Spruch etwa aus einer seltenen Wikipedia?

Apache Apache

Zitat von: A-Cinema am 05.04.26, 22:52Bezieht sich das "unscharf" auf das Filmmaterial oder auf den Kopiervorgang?

Kopiervorgang mit Sicherheit weil doch keine Filmkopie unscharf wird durch einen Rotstich.

Filmgärtner

Gestern um 22:41 #363 Letzte Bearbeitung: Gestern um 23:10 von Filmgärtner
Also bei dem 70 mm-Format gilt: würde man tatsächlich die Hoffnung aufgeben, nicht mehr an das Gute glauben und stattdessen die erschreckende Wahrheit proklamieren, müsste man an jedes Kino folgendes Schild hängen:

"Rot und scharf zu erleben oder bunt und unscharf zu ertragen."

Begründung,:
Das ist deswegen so, weil kaum ein Filmklassiker der 50er und 60er Jahre (diese waren alle scharf fotografiert und direkt vom Originalnegativ kopiert und durch letzteres besonders scharf), noch alle Farben besitzt, also fast immer rotstichig geworden ist.

Weniger als ein Dutzend älterer 70 mm Klassikerwurde noch einmal zur Jahrtausendwende vom Originalnegativ nach
kopiert (zumeist nur ein oder zwei Kopien), aber mangels Korrekturkopien entsprechen sie im Farb- und Lichtausgleich nur eingeschränkt normalen Kopierwerksstandards. Diese Kopien (immerhin wieder scharf und irgendwie bunt) werden aber von den Studios kaum noch ausgeliehen, das geschah nur eine sehr kurze Zeit vor etwa zwei Dekaden.

Die Regel bei den klassikerin Friesen ist: Ein halbes Dutzend älterer Klassiker, die gut laufen auch nach 6 Jahrzehnten und öfter mal mit einer neuen Kopie angefragt werden (Sound of Music, Lawrence of Arabia, Vertigo, 2001, West Side Story, Spartacus) sind international verfügbar neu gezogen worden, aber diesmal von Duplikatnegativen: also deutlich grokörnuger, wie 35 mm aussehend. Dennoch hätten wenigstens die Farben auf diesen Dupkopien schön sein können, aber auch das hat sich kaum mehr realisiert. Es sind fast Sonderanfertigung, und es gibt hierfür keinen Massenmarkt mehr (ähnlich den Presswerken von Schallplatten unserer Tage).

Manchmal gibt es neue Produktionen, die entweder auf 35 mm, 65 mm oder digital aufgenommen worden sind und dann wie eine Mogelpackung auf 70 mm vermarktet werden.
Auch diese Produktionen haben eines gemeinsam: sie sind allesamt nicht von der Originalquelle direkt auf die Theaterkopie belichtet worden, sondern über den Umweg von Duplikatnegativen (mit Ausnahme von dem Sonderfall "Forever, Forever!". Also sind sie deutlich grobkörniger als die Originalquellen hergeben. Neben der Verschlechterung des Bildes durch die Duplikatkopierung (sie wurde in diesem Format seit den 1970er Jahren leider eingeführt, als die Kopienzahlen anstiegen) sind also auch fast immer die Farben der heutzutage in Burbank entwickelten 70 mm-Kopien sehr schlecht: grün- oder blaustichig, und auch die Kontraste saufen bisweilen ab.
Das sind also bereits zwei Faktoren für die Bildverschlechterung gegenüber den einfachen, aber perfekten Standards der 1960er Jahre.
Jeder dieser Faktoren reicht eigentlich bereits aus, um ein 70 mm-Erlebnis überflüssig zu machen.
Kommen dann noch Filme hinzu (der dritte Faktor) etwa wie die von Christopher Nolan, die allzu spontan und mit verflachter Schärfentiefe fotografiert sind, bleibt eigentlich gar nichts mehr von einem attraktiven Bild übrig.

Insofern: sofern etwas neu in 70 mm auftaucht, ist dies vorprogrammiert eine Katastrophe. Meistens treten auch alle drei Faktoren gleichzeitig inkraft.

Da es aber in der Filmbranche nicht die Todesstrafe gibt, kann man lustigerweise auch niemanden dafür zu Verantwortung ziehen.

Diejenigen, die es noch schön reden, sind schlichtweg nicht ganz richtig im Kopf. Da aber die Filmrolle geworden ist und die Filmrolle einen Mythos darstellt, kann man heute jeden Betrug ohne Widerspruch verkaufen.