Preiszuschlag 35MM

Begonnen von Apache Apache, 26.12.23, 21:37

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Apache Apache

26.12.23, 21:37 Letzte Bearbeitung: 27.12.23, 04:16 von Filmgärtner
Welche genaue Bedeutung hat denn bitte heute noch dieser sinnlose Thread dort in diesem anderen Forum?

Apache Apache

26.12.23, 21:38 #1 Letzte Bearbeitung: 27.12.23, 04:28 von Filmgärtner
Der Bewegte Mann Dolby Stereo SR

Also ich kaufe sofort diese analoge Filmkopie mit dieser genialen deutschen Tonmischung von Showmanship.

Filmgärtner

26.12.23, 23:02 #2 Letzte Bearbeitung: 26.12.23, 23:36 von Filmgärtner
Diese 35mm-Kopie dort war ja defekt wie auch viele andere.
Verkauft wird das Ganze dennoch als Event. Mit dem zweiten Kino dann sogar mit Preiszuschlag für 35mm.

35mm-Vorführung als Kulturakt zu erhalten ist eine gute Sache.
Aber wenn darunter sehr viele Kopien sind, die die heutigen Ansprüche nicht mehr erfüllen bzw auch defekt sind, damals schon schlecht kopiert wurden oder beschädigt sind, dann kann man es m.E. schwerlich als Exklusivität oder als Mehrwert propagieren.

Es wäre über einen gemäßigten Preis für eine Oldie-Veranstaltung oder Clubveranstaltung nachzudenken: das wäre viel weniger aggressiv und auch ehrlicher.

Die dort vertretenen Kuratoren wissen gar nicht um ihre Materie Bescheid. Oder die Filmkopien-Herstellung. Wie sonst sollte man aber das Produkt erklären können? Allerdings hat es mit der Projektionstechnik geklappt.

Trotzdem eine Sackgasse. Wie auch anderswo.

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Zitat von: Filmgärtner am 26.12.23, 23:02Diese 35mm-Kopie dort war ja defekt wie auch viele andere.

Der Bewegte Mann

Von welcher analogen Filmkopie stammt nun die Abtastung digital auf Disc. Und auf Festplatte erscheint der Film bald auch noch in den Kinos.

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Quelle Screenshot Kino Cinefactory

Filmgärtner

27.12.23, 00:20 #5 Letzte Bearbeitung: 27.12.23, 00:29 von Filmgärtner
Wahrscheinlich vom Interpositiv oder vom Originalnegativ.
Einmal kurz reingeschaut in die normale blu-ray Disc, sah ganz gut aus.

Aber das Thema ist ja "Preiszuschlag".
Wenn das ernsthaft im Für und Wider anderswo nicht erörtert wird, werden wir es hier tun.

Gute Beispiele für Preisvorschläge:

Ein Preiszuschlag beim Kinoticket rechtfertigt sich vielleicht durch einen Ehrengast oder Referenten mit hohen Reisekosten.
Die wesentlich längere Laufzeit normalerweise auch (aber nicht unter drei Stunden würde ich sagen), aber eigentlich würde ich abraten und lieber Filme gleichberechtigt nebeneinander stellen zum gleichen Eintrittspreis.
Eventuell in einem harten Winter bei den Heizkosten, falls das Kino das ganze Jahr über einen extrem günstigen Eintrittspreis gewährt.
Bei 3D Brillen wiederum nicht, weil das Personal diese ja zurücknehmen kann, weil auch hier der 3D-Film neben anderen gleichberechtigt stehen sollte mit demselben Eintrittspreis, um einer Abwertung anderen Contents entgegenzuwirken.

Ich räume ein, dass diese Vorschläge gegen jegliche geschäftliche Realität laufen und als unkaufmännisch bewertet werden.
Wir müssten da gesellschaftspolitisch wesentlich weiter in die Zukunft schauen, wo man diese Dinge pragmatisch und vernünftiger regeln könnte.

Eigentlich sollte man gar keine Preiszuschläge fordern. Angebot und Nachfrage entwickeln und deformieren sich auf diese Weise in einer verzerrten Art und Weise.

Kino sollte ein günstiges Vergnügen sein und auch ein Grundrecht, ähnlich barrierefrei nutzbar wie die günstigen öffentlichen Verkehrsmittel zur Zeit der DDR.

Wurden eigentlich in Rumänien zur Zeit solcher spektakulärer Aufführungen wie OLD SHATTERHAND in 70 mm Preiszuschläge erhoben?

Apache Apache

Zitat von: Filmgärtner am 27.12.23, 00:20Wurden eigentlich in Rumänien zur Zeit solcher spektakulärer Aufführungen wie OLD SHATTERHAND in 70 mm-Preiszuschläge erhoben?

Preiszuschlag gab es allerdings bei allen siebziger Vorstellungen. Da ein gewaltiges Panoramabild sowie auch sechskanaliger Stereoton. Und auch Filme in CinemaScope hatten bei uns einen Preiszuschlag. Oder bei Filmen mit viel Laufzeit.

Film Ecran Normal 8 Lei

Film Ecran Panoramic 25 Lei

Film Ecran Cinemascop 10 Lei

Film Doua Serii Lung Metraj 12 Lei

Filmgärtner

Dann ist es ein Argument für den Preiszuschlag (oder auch gegen meine Argumentation).
Leistungsgerechte Entlohnung anstatt Gleichmacherei [Letzteres präferiere wiederum ich].

Bereits aber nach dem privatwirtschaftlichen Modell, ähnlich der westlichen Marktwirtschaft.

Und diese haben wir den Preis so Schlag für 3D oder Überlänge. Basierend aber auf dem jüngsten (manchmal auch höchsten) Entwicklungsstand der heutigen "Produktivkräfte" [marxistische Exegese].

Zurück aber zum konkreten Beispiel des Preiszuschlags für das Zeigen älterer 35mm-Filmkopien.
Ein Großteil der Kopien des konkret benannten Kinos sind ja keine Produzentenkopien, 'Studio Prints" oder Welturaufführungskopien, also direkt vom Originalnegativ gezogen.

Die eine exemplifizierte Veranstalter wollte wohl vakante Schiene rein markttechnisch besetzen bzw. Das eigentliche hauptprojekt kann man den wiedereinbau von Filmprojektion, mit populären Filmtiteln und auch ein wenig Action füllen, würde ich sagen.
Filmkuratorische, filmkopientechnische oder historische Recherche war erkennbar nicht der Ansatz, schon gar nicht eine kritische Analyse oder Aufklärung des gesamtzusammenhangs (der wird ja schönfärberisch erklärt).
Tatsächlich bietet der Ationfilm eine ganz Möglichkeit, wenigstens die erneuerte Ton oder Projektionsanlage mit Surround Sound einmal ausprobieren, also scheppern zu lassen. Einen erweitertet Ansatz ist von einem frühen Projektionisten (auch in der Kinotechnik tätig), der ja Initiator hat das Projekts war, nicht zu erwarten. Genauso läuft es übrigens auch bei anderen europäischen oder außereuropäischen 35 oder 70 mm Projekten: gemacht von ehemaligen Filmvorführern (und ich zähle dazu).

Der Ansatz ist aber viel zu verkürzt, wie oben bereits in der Problematik beschrieben, wenn keiner der Beteiligten jemals ein Kopierwerk von innen gesehen hat bzw sich für Kamerastile interessiert (nur bei einer einzigen mir bekannten Person aus Frankfurt bekannt) und in der Lage ist, über das Endprodukt, also die Filmkopie, Urteile wenigstens über das Bild abgeben zu können.

Das ist ja noch am einfachsten, die massenhaft kopierten Actionfilme zu bekommen mit dem brachialen Sound.
Und jetzt kommt die Problematik: aufgrund ihrer massenhaften Kopierung sind sie eben keine direkten Gruppierungen vom Originalnegativ, sondern Serienkopierung, die zum Ende der 35 mm-Ära immer mehr die formos erreichten guten bis 35 mm Potentials ruinierten und diskreditierten. Also das genaue Gegenteil der wenigen Dutzend Direktkopien etwa im 70 mm Bereich von Originalnegativen, wie beispielsweise OLD SHATTERHAND.

Also eine Versammlung von Blockbustern und Mainstream Filmen, oder wie oftmals im Laienjargon übersetzt wird: die Kopie von der Kopie von der Kopie von der Kopie.

Und den erreichten Höchststand von 35 mm lässt sich auf diese Weise nicht mehr dokumentieren oder demonstrieren, im Gegenteil.
Im Gegenteil auch, wenn die jüngeren digitalen Transfers eben vom Originalnegativ direkt gezogen sind und wesentlich weniger Verluste in Schärfe und Farbgüte aufweisen.

Dann bildet die durch die digitale Übersetzung für den Heimkonsum herausbrachte Medium Blu-ray des subjektiv nicht selten einen authentischeren oder besseren Eindruck des originalen Filmwerks als die massenhaft gezogene 35 mm Serienkopie.

Das ist zutiefst zu bedauern, aber man kann es nicht einfach arrogant ignorieren.

Also sich hinstellen, 35 mm Kopien ausgraben, wo sie noch halbwegs für eine Filmreihe eines bekannten Mainstream- Regisseurs sich zusammenstellen lassen, und über diesen Kunstgriff zugleich Vorteile des 35 mm fest gegenüber anderen Kino Darbietungen propagieren.

Genau letzteres wird leider unreflektiert getan. Und damit der von mir kritisierte Preisaufschlag begründet trotz massiver Beeinträchtigung der mit Preisaufschlag verkauften Ware.


Apache Apache

Abtastungen auf Discs stammen doch auch fast alle vom original Negativ. Es gab ja auch einige analoge Filmkopien mit einem hervorragenden Bild.

( Jndiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug )

Apache Apache

Quelle Bilder Privat Archiv






Filmgärtner

28.12.23, 01:13 #10 Letzte Bearbeitung: 28.12.23, 10:23 von Filmgärtner
Zitat von: Apache Apache am 27.12.23, 18:29Abtastungen auf Discs stammen doch auch fast alle vom original Negativ. Es gab ja auch einige analoge Filmkopien mit einem hervorragenden Bild.

( Jndiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug )
Den "Indiana Jones 3" hatte ich in Berlin seinerzeit in den Geyer Werken entwickelt. Waren auf 35 mm gute Kopien und nicht wesentlich unschärfer als die zeitgleich herausgebrachte, restaurierte 35 mm-Version von "Lawrence of Arabia".

Im DVD-Zeitalter waren die meisten Abtastungen vom Interpositiv wegen der integralen Lichtbestimmung.  Bis hinein in das Zeitalter der Blu rays auch farblich ausgewogener.

Filmgärtner

28.12.23, 10:20 #11 Letzte Bearbeitung: 28.12.23, 10:22 von Filmgärtner
Beim Preiszuschlag ist die Überlänge üblich, aber es gibt auch einen technischen Preiszuschlag, bei der Einführung neuer Technologien.

https://www.gutefrage.net/frage/was-bedeutet-filmzuschlag-bei-kinofilmen

Daher wäre der Preisaufschlag für eine ältere oder historische Technologie zumindest ungewöhnlich.
Im Rahmen aber einer besonders herausragenden Version auf Filmrolle, welche Vorzüge gegenüber anderen Versionen oder Digisaten erkennbar werden lässt, wäre vielleicht erneut darüber nachzudenken.