Schauburg Karlsruhe - Preisverleihung

Begonnen von Apache Apache, 09.11.25, 00:01

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Apache Apache

Bild und Ton sind leider auf dem reinen Niveau einer mangelhaften super acht Filmkopie. Dirigentenstab wurde leicht kopiert von einem Sondtrailer des Skywalkersound zum Anfang des Videos. Betreiber der Schauburg gibt nun das Amt weiter an den familieren Kinonachwuchs. Coburg informierte mich da wohl absolut richtig bei unserem letzten Telefonat.


Filmgärtner

09.11.25, 10:48 #1 Letzte Bearbeitung: 09.11.25, 14:12 von Filmgärtner
Angeschaut.
Von einem Wechsel der Geschäftsführung wüsste ich nichts, nichts anderes als auch bei anderen Betreibern wie Theile, Flebbe, Weber oder fast allen anderen üblichen Familienbetrieben. (Eigentlich sollte die Stiftung des Hauses die Betreiber ernennen).

Der Rest zeigt Bestandswahrung, nicht aber das Erklimmen neuer Horizonte oder die Rückkehr zu tatsächlichen Höhepunkten der Kinogeschichte: deswegen der Weihrauch um das Haus in der Marienstraße, das ich aus bester Kenntnis nicht als Optimum bewerte und mir die kritische Distanz auch erlauben kann.

Wenn außerdem gewisse woke Festival-Kuratoren aus dem DIF in Frankfurt am Main oder auch dem Münchner Filmfest vor Bewunderung eines dort gar nicht stattfindenden Todd AO-Festivals (es ist ein normales 70 mm-Festival unter den heutigen widrigen Bedingungen) förmlich zerfließt, dann zeigt es genau die Zuschauergruppe (oder die Gruppe an Kooperateuren), die selber solche Veranstaltungen nicht auf die Reihe bringen, noch nie in ihrem Leben eine Leinwand gebaut haben, keinerlei Forschung zum Thema betreiben, nie einem Film in der Produktionsphase oder in der Postproduktionsphase mit begleitet haben oder in einem Filmkopierwerk arbeiteten.
Die machen es sich gemütlich an einem gedeckten Tisch für einige nette Worte. Unfähig, selber etwas in ihrer eigenen Stadt auf die Beine zu bringen respektive an die früheren 70 mm, zu finanzieren, an frühere Festivals in Frankfurt anzuknüpfen: ich nenne das Selbstkastration.

So ist es gut gemeint, wenn dann wieder einmal die Branche durch die Demonstration eines "2001: Odyssey im Weltraum" (anhand der leider grobkörnigen und farbstichigen schlimmen Neukopierung von 2018) motiviert werden soll, das gute Kino voranzubringen, es geschieht aber auf Grundlage von Missverständnissen: auf einer Schule des falschen Sehens.
Dieser Film ist so gar nicht vorzeigbar und schon gar nicht im heutigen Zeitalter der Digitalisierung in dieser gedupten Version geeignet, die Errungenschaften der analogen Projektion, die in dem Vortrag wiederum des Betreibers genannt werden, aufrecht zu erhalten bzw zu fördern. Emotional müssen das Marketingsmarkt dies für einen kurzen Augenblick durchaus gelingen. Prüft man aber objektiv und rein technisch das Ergebnis auf der Leinwand oder über die Lautsprecher, lässt sich mit einer solchen Filmkopie (eines mittlerweile 60 Jahre alten Films, so sehr auch ich ihn einst schätzte in der noch ungetrübten Version) mit Sicherheit kein Fortschritt immer halt oder in der Verbesserung auch die analogen Kulturtechnik vermitteln!

Um den Zusammenhang analytisch und intellektuell zu begreifen, erfordert es aber der Denkarbeit oder des eigenen Engagements: bei Herrn Spörri nicht zu erkennen und beim Kulturminister Weimar ebenfalls nur in dieser einen Sonntagsrede zu vernehmen.

Den Betreiber selber hat dennoch keiner gebeten, den Stab abzugeben, da altersbedingt alle Nachfolger branchenweit bei der Ausgestaltung etwa eines 70 mm-Festivals die entscheiden Akzente aus den Händen verlieren würden, weil sie nicht mehr über die Seherfahrungen verfügen, welche klassische 70 mm Filme ausmachten (weil diese in keinen adäquaten Kopien mehr verfügbar sind und man dass Todd AO-System nicht mehr angemessen vorführen kann. Es müssen außer auf der Produktion zum Postproduktionsseite die Hebel angesetzt werden und nicht in der Selbstbeweihräucherung der Filmtheater).
Gleichwohl bemühte sich die Kobetreiberin und auch Tochter des bisherigen Betreibers (auch wenn sie keine Todd AO-Filme, wie sie einst erschienen sind, altersgemäß mehr kennen kann) um die besten und intelligentesten Feststellungen: die verschränkte intellektuelle Notwendigkeit, aus der Vergangenheit die Gegenwart zu verstehen und auf die Kultur und Reportage Geschichte wie ein Bildungsgut gleichberechtigt zu pflegen: anders aber als bisher in diesem Hause zu hören war, Ziel die kritischen, unbequemen, manchmal auch ausfallenden oder querliegenden Positionen verteidigen würde.
Ist im Grundpositionen der frühen Programmkino Bewegung der 60er Jahre die hier wieder erklingen und mir zu begrüßen sind.
Diese auf das großen thematisch Auseinandersetzung beruhigende Ausgestaltung eines Programmkinos hatte ich aus dem Munde ihres Vaters niemals vernommen: der verbringt doch seine Zeit mehr als Moderator im Nostalgieforum der Filmvorführer, wo er die Wochencharts postet oder Corona-Maßnahmen verteidigt (und der Ausgrenzung der Kritiker, aber auch unter Ausgrenzung von Filmtechnik- und Filmrestaurierungskritikern).

Insofern sind die neuen Töne sehr zu begrüßen. (Nicht aber das Herumreiten auf verkehrten Beispielen für die Präsentation des analogen Filmerbes oder der 70 mm-Errungenschaften).

Ist der neue Einsatz also eher ein gesellschaftsanalytischer oder dann auch politischer, dann ergibt sich eines Tages der fundiertere Umgang mit den jeweiligen Kulturtechniken von selbst: allerdings mit anderen Kuratoren, Key Note Speakern und Marketing leaders als in der teilweise irritierenden Vergangenheit des Hauses.

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Zitat von: Filmgärtner am 09.11.25, 10:48"2001: Odyssey im Weltraum"

Sorry das wird aber so geschrieben auf Deutsch.

2001 ODYSSEE IM WELTRAUM


Tja es ist wohl das elfte Gebot dort in Karlsruhe und dieses lautet aus der Biebel des Kinos besuche unbedingt einmal im Jahr diesen Film.

Apache Apache


Filmgärtner

Au weia. Das ist harte Satire, trifft aber den Nagel auf den Kopf. (Und auch Teile des Publikums, die die Vorführung dieser schrecklichen neuen Version auch noch beklatschen!).

Danke für die geniale Satire.

Apache Apache

Zitat von: Filmgärtner am 10.11.25, 11:26Das ist harte Satire, trifft aber den Nagel auf den Kopf.

Tja anscheinend hat dieses Kino wohl die Rechte an diesem Film.

Zitat von: Filmgärtner am 10.11.25, 11:26(Und auch Teile des Publikums, die die Vorführung dieser schrecklichen neuen Version auch noch beklatschen!).

Beklatsche wurde doch tonal dazugemischt und galt auch mit Sicherheit nicht dieser siebziger Projektion sondern einer Rede zu der Preisverleihung des Kinos. Video ist ja von der Mischung her bildlich sowie auch tonal eine totale Katastrophe und auf dem reinen Niveau eines puren Amateurs. Und das Publikum hat doch sowieso absolut keine Ahnung von der ersten siebziger Kopie dieses Films. Sie bestaunten doch ganz einfach nur diese siebziger Projektion und das auch noch ohne jegliche technische Ahnung vom Bild sowie dem Ton dieses Films.

Apache Apache

Geklatsche ist eine am Tonmischpult gemischte Tonmontage und klingt von der gesamten Akustik tonal auch so als sei die Aufnahme des Tons aus einem lehren Prachtbahnhof.

Apache Apache

Kino dort hat vom Klang her auch nicht so eine glasklare Akustik wie tonal nachbearbeitet wurde da auf diesem Video.

Apache Apache

Tja hier schweigt ja schon wieder einmal die Chronik aber zuerst kritisieren jedoch ohne eine konkrete Antwort! Und aus welchem Grund eigentlich diese ewige Aufregung mit dieser neuen siebziger Kopie bei diesem Film?

Filmgärtner

12.11.25, 12:03 #9 Letzte Bearbeitung: 12.11.25, 12:29 von Filmgärtner
Die Kopie ist eine Schande für einen so hochrangigen Film und farblich und in den Kontrastabstufungen außergewöhnlich desaströs: in normalen Filmkopierwerken zu Zeiten der Konjunktur wäre so etwas selbst bei Billigproduktion nicht vorgekommen.


Man kann ohne Übertreibung unterstellen, dass sich der Kameramann und der Regisseur im Grabe umdrehen würden. Der maßgeblich am Film beteiligte visuell effects Pionier Douglas Trumbull hat sich in aller Schärfe (!) von dieser Neukopierung losgesagt, man hätte ihn beratschlagen können, meinte er, da er das Negativ gut kenne: es habe ihn aber keiner gefragt.

Trotzdem verirren sich immer wieder Tausende weltweit jedes Jahr in dieser Version auf 70 mm, die auf 70 mm natürlich 1968 in der Erstaufführung grandios war: völlig einwandfreie Kopien, und jetzt nur noch ein bizarres Schreckgespenst abgibt.

Vielleicht aber wollten die gutmütigen Gäste auch nicht wegen der Farbe, der mangelnden Schärfe oder der falschen Gradation gratulieren und klatschen, sondern fanden es nur schön, dass auf einer gebogenen größeren Bildwand inszeniert ein Vorhang sich öffnet und dann eben etwas Weltraum zur Musik von Johann Strauß zu vernehmen ist.

Ein Ritual, das ja beim Fernsehkonsum nicht geboten wird.

Mehr muss man hier nicht hineininterpretieren.

Es wäre klug gewesen, hätte man vielleicht besser eine Rolle von BARAKA oder HELLO DOLLY gezeigt, um ansatzweise einen Unterschied zwischen 70 mm und anderen Verfahren oder der heutigen Digitaltechnik erkennbar werden zu lassen. Aber es handelt sich bei den Betreibern nicht um Filmexperten aus meiner Sicht, sondern um Marketing Experten. Das verträgt sich nicht mit der historischen Wahrheit.

So reitet man eben immer wieder herum auf Stanley Kubrick oder Weltraum, es kommen immer wieder viele naive Menschen in falscher Erwartung, und man melkt die immerselbe Kuh.

Apache Apache

Zitat von: Filmgärtner am 12.11.25, 12:03Die Kopie ist eine Schande für einen so hochrangigen Film und farblich und in den Kontrastabstufungen außergewöhnlich desaströs: in normalen Filmkopierwerken zu Zeiten der Konjunktur wäre so etwas selbst bei Billigproduktion nicht vorgekommen.

Tja es ist eben nur eine digitale Abtastung so wie bei den neuen Consumerdiscs von diesem Film welche auf diese siebziger Kopie landete und hat auch rein gar nichts am Hut mit einer bildlich perfekten chemischen analogen Filmkopie.   

Apache Apache

Schauburg Karlsruhe - 2001 Odysse Im Weltraum - 70MM

Und nun direkt zum neuen Jahr dort in diesem Kino schon wieder eine siebziger Projektion dieses Films.

Filmgärtner

Damit könnte man dieses Thema auch einstellen? Denn zur Preisverleihung kommt nichts mehr.

Aber unter den Restaurierungen oder öffentlichen Vorführungen passt es dann wieder.

Apache Apache

2001 Odyssee Im Weltraum

Tja der Betreiber des Kinos dort im Ort und Du haben da wohl etwas gemeinsam sie lieben beide diesen Film.

Filmgärtner

Er wird allgemein sehr geliebt, und dagegen ist ja nichts einzuwenden.

Nur leider liegt von diesem Film keine brauchbare Version vor.

Apache Apache

Zitat von: Filmgärtner am 14.11.25, 10:08Nur leider liegt von diesem Film keine brauchbare Version vor.

Doch und es sind diese beiden Versionen.

Erstauflage - BD
Erstauflage - DVD

Filmgärtner

15.11.25, 12:28 #16 Letzte Bearbeitung: 15.11.25, 12:34 von Filmgärtner
- Anderer Thread, dort gerne mehr dazu -