The Sound of Music (1965)

Begonnen von Filmgärtner, Heute um 10:30

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Filmgärtner

Heute um 10:30 Letzte Bearbeitung: Heute um 15:21 von Filmgärtner
Der spezielle Look des Films ist ersichtlich, auch in den 70 mm-Erstaufführungskopien vom Originalnegativ.

Bei dieser Produktion gibt es offensichtlich eine Kunstlicht-Problematik: The Sound of Music wurde auf Eastman Color Negativ 5251 aufgenommen, das für 3200K Wolfram-Licht (Tungsten) balanciert war. Die Filter-Nachteile: Bei den massiven Außenaufnahmen in Salzburg musste ein 85-Wrattenfilter (Orange) verwendet werden, um das Tageslicht auf die Kunstlicht-Balance des Films anzupassen. Dieser Filter schluckt etwa 2/3 Blendenstufen an Licht.
Aus weiteren Filtern resultiert jedoch eine Unterbelichtung trotz  forcierter Beleuchtung: Wenn die Produktion bei schlechtem Wetter (wie dem berüchtigten Salzburger Schnürlregen) mit riesigen Bogenlampen gegen das Grau und die Diffusionsfilter anleuchtete, war die effektive Lichtmenge auf dem Set eher am unteren Limit der Filmempfindlichkeit jener Zeit 50 ASA). Das Resultat ist ein vergleichsweise dünnes Negativ, das beim Scannen in 4K/8K ein unruhiges, grobes Korn in den Mitteltönen und Schatten provoziert.

Ein unterbelichtetes Negativ neigt ohnehin zu grobem Korn, da die Schattenbereiche nicht genügend ,,Fleisch" (Silberhalogenid-Dichte) hergeben, um eine glatte Fläche zu bilden.

Warum wirkt aber damit verglichen "Die Bibel" oder "Grand Prix" schärfer oder brillanter? Diese Produktionen entstanden im selben Zeitraum. "Grand Prix" wurde oft bei gleißendem Sonnenlicht (hoher Kontrast, satte Belichtung) gedreht, was zu extrem dichten, optimal belichteten Negativen führt.
Dem gegenüber steht die optische Diffusion: Regisseur Robert Wise nutzte bei "The Sound of Music" gezielt Diffusionsfilter (evtl. Mitchell oder Netze - vielleicht lässt es sich noch nachlesen in 'American Cinematographer' oder anderen Publikationen) vor der Optik, um Julie Andrews weichzuzeichnen. Bei der 70 mm-Kopierung, wie auch etwas unter dem Level liegend, bei der 4K wird diese optische Unschärfe zusammen mit dem Korn kopiert/abgetastet, was im Vergleich zu der knallharten Schärfe eines Rennsportfilms ,,grieseliger" wirkt.

So hat man subjektiv den Eindruck, als wäre der aktuelle 8K-Scan, der für die nachgelagerten Heimkino-Medien, aber auch für 4K DCP und 4K UHD erstellt wurde, sogar anstelle des Originalnegatives von einem 65 mm-Interpositiv angefertigt worden. Obwohl das farbliche Ergebnis herausragend ist.