Der obige Militärstratege behauptet bereits wenige Stunden nach dem "Enthauptungsschlag", dass der Krieg für die USA verloren sei. Könne man nicht enthaupten, käme kein "Regimewechsel", müssten nach verpulvertem Erstschlag bisher verlagerte Reserven als Nachschub improvisiert werden in Art einer Kettenreaktion. Und eine Aufstand im Iran gegen die dortige Regierung wie erhofft würde wie ein Winseln verebben, wenn das Land nachwievor "führungsfähig" und vergeltungswillig ist.
Falls dem so ist, bleibt nur ein Rückzug der USA mit Gesichtsverlust (während Israel sich noch einiger chirurgischer Schläge rühmen könnte), welcher selbst durch einen plötzlichen Verhandlungserfolg bei Treffen am kommenden Donnerstag nicht verborgen bleibt.
Und würden China und Russland tolerieren, dass nach Venezuela nun auch außerhalb des Vorhofs der USA ein ölreiches Land exklusiv unter Kontrolle der USA gerät?
Sicherlich wünscht sich keiner die weitere Verbreitung von Atomwaffen. Andererseits wäre noch einmal prüfenswert, ob Iran eventuell in der Vergangenheit den totalen Verzicht bereits erklärt hatte, aber als einzige Bedingung die Aufhebung der Sanktionen nannte. Ein solches "Angebot" würde dem Russlands ähneln, welches eine Tage vor dem Einmarsch in der Ukraine (nach Worten von Klaus von Donahny) als "einzige Bedingung" für den Verzicht auf Truppen in der Ukraine vortrug, es dürfe keine NATO-Mitgliedschaft dieses der russischen Geschichte sehr nahen Landes und direkt vor der Haustüre Russlands geben.
Offenbar setzt der Westen auf Agression, Hegemonie und weitere Aushöhlung des Völkerrechts, denn der Einsatz war durch die UNO nicht gedeckt, nicht einmal durch den amerikanischen Kongress.
Trump wollte einiges anders machen - und es wurde ihm nachgesagt, dass er nach Vietnam und spätestens nach dem Irak-Krieg die eintrudelnden Leichensäcke US-amerikanischer Soldaten verabscheute. Er lügt, er erpresst, er betrügt - aber er hasst die grossen Kriege.
Niemand weiss zur Stunde, wie die USA aus dieser Verstrickung (auch aufgrund langfristig kaum durchdachter Partnerschaft mit Israel und Ignoranz ggü. den arabischen Interessen) wieder herauskommen. Die Eindämmung Russlands durch das Vordringen der USA in der Ukraine scheint nicht funktioniert zu haben, sodass man nach dem Schlamassel eher wieder die Vorteile des Handels mit Russland gar wiederentdeckt hat. Im Iran nun scheint es überhaupt keine Strategie zu geben. Die Hoffnung auf Ausbeutung von Ölvorkommen wird sich ein Land von immerhin 90 Millionen Menschen kaum gefallen lassen - egal welche Regierung dort eingesetzt wird.