Mit der Margot Robbie hat er gleich zwei Titel gedreht, "Babylon - Rausch der Ekstase" und "Sturmhöhe", die bis auf einige Schwächen bei Nahaufnahmen und manchmal nicht ausreichend beleuchteter Hintergründe noch anziehend aussehen.
Die Aversion Villeneuves gegen Tiefenschärfe wird sich voraussichtlich bei dem im Vorfeld bereits bejubelten vollständigen Dreh in 65 mm von "Dune 3" in ein schlimmeres Desaster verwandeln als man es jemals bei Nolan entdeckte. Je Größe das Format, desto länger die Brennweiten am Set. Sofern man nun mit herkömmlichen Vorstellungen von Setting, Ausleuchtung und Choreographie einfach weitermachen möchte, muss dies zwangsläufig im Desaster enden.
Bei den so oft tiefenscharf aussehenden Altfilmen etwa der 50er und 60er Jahre war dieser Look noch bedingt durch die niedrige Empfindlichkeit des Materials, der Zwang zu stärkerer Beleuchtung und zwangsläufig stärkerer Abblendung. Es gibt auch lausig aussehende Aufnahmen dieser Dekaden, aber die meisten Produktionen mit Gewinnabsicht hielten sich an diese materialbedingten Standards. Selbst unambitionierte Filme sahen tiefenscharf aus, selbst diejenigen, die unter unter Den Unterbelichtung oder schlecht vorbereiteten Einstellungsgrößen litten. Richtig schlecht sah also nie ein Film aus diesen Dekaden aus, der sich noch Beleuchter und Kameramann leisten konnte.
Die infolge der Umstellung auf den Heißprozess folgenden Highspeed-Materialien sorgten für Sparsamkeit in der Beleuchtung und angeblich realistischem available light, sie führen seither zu Versuchungen der Kameraleute, diese Vorzüge in Anspruch zu nehmen. Kann szenen- und themenweise vom Look her passen, trägt aber fast nie einen ganzen Film.
Insofern wirkt der o.g.erwähnte Kameramann wie eine Kerze im Dunkeln.
Es gibt aber auch sehr viele andere sehr gut fotografierte Filme, die zwar nicht zum Bereich der Kunstfilme oder politisch relevanten Filme zählen und oftmals bereits digital gedreht sind ("John Wick ").
Sobald aber eine Produktion auf Oscars schielt und eine Kunstproduktion behauptet, ist man plötzlich ganz erpicht auf Verfahrenen jenseits der Digitalität. Leider nicht, um diese besser zu nutzen als digitale Medien, sondern um aus deren Eigenschaften, gemäß dem Umgang, zu einem verzerrten Look zu führen, einen künstlerischen Stil abzuleiten, der aber nichts anderes ist als eine Ansammlung filmtechnischer Fehler.
Manche entdecken den schlechten Look ja erst nach dem Dreh, wo es bereit fast zu spät ist, sind dann ganz überrascht und fangen an, das groteske Ergebnis zu lieben oder zu graden. So, es hätte eine göttliche Macht mitgemischt - das Wunder des Films.